Tagung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse war ein großer Erfolg

Am 28. März folgten die Forstbetriebsgemeinschaften Thüringens der Einladung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, des Waldbesitzerverbandes für Thüringen und PEFC-Thüringen zu Ihrer Tagung nach Erfurt. Im Rahmen der Messe Reiten-Jagen-Fischen und Forst3 nahmen fast 100 Vertreter der FBG´en und Gäste an der Veranstaltung teil. Damit waren knapp 60 Forstbetriebsgemeinschaften anwesend, die eine Fläche von 45.000 ha repräsentieren.

Im Panoramasaal des Congress Centers begrüßten Thomas Kästner als Vorstandsmitglied des Waldbesitzerverbandes die Teilnehmer und unterstrich die große Bedeutung der Zusammenschlüsse für die Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes in Thüringen. Besonders vor dem Hintergrund der derzeit großen Herausforderungen für die Waldwirtschaft hob er hervor, dass wir nur gemeinsam mit allen Akteuren die Aufgaben lösen können.  Im Namen der Zusammenschlüsse lobte er besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den Abgeordneten im Landtag.

Dies nahm der Thüringer Umweltminister Tilo Kummer in seinem umfassenden Grußwort zum Anlass die Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Forstwirtschaft in Thüringen zu loben. Er gab einen tiefen Einblick über die geplanten Gesetzesinitiativen vom Vorkaufsrecht nach § 17 Thüringer Waldgesetz über die Anpassung der 5. Durchführungsverordnung zum Thüringer Waldgesetz bis zur Überführung derzeit ungeklärter Waldflächen in eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung. Er versprach sich nach Kräften für eine Entbürokratisierung der EUDR und der Wiederherstellungsverordnung im Bundesrat einzusetzen. Der Minister konnte auch die gute Nachricht überbringen, dass er die Forstförderung trotz knapper Kassen von der Globalen Minderausgabe, die alle Ministerien zu Sparmaßnahmen zwingt, verschonen konnte. Im Anschluss an sein Grußwort stellte sich der Minister der Diskussion und beantwortete ausführlich Fragen der Teilnehmer.

Lars Enders, langjähriger Förderreferent im Ministerium und bundesweit als ausgewiesener Fachmann für die GAK bekannt, gab einen Rückblick auf das Haushaltsjahr 2025. Darüber hinaus gab er einen umfassenden Überblick der Möglichkeiten der Forstlichen Förderung für die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse aus allen Thüringer Förderprogrammen. Die Forstlichen Förderprogramme für die privaten und kommunalen Waldbesitzer sind auch in diesem Jahr wieder auskömmlich mit finanziellen Mitteln ausgestattet, so dass eine weitere Antragsstellung auch in diesem Jahr noch weiter möglich ist.

Corinna Geißler, Vorstand der AöR ThüringenForst stellte mit Freude die Entwicklung der neuen Baumartenempfehlungen vor und kündigte die Einführung noch in diesem Jahr. Die neuen Empfehlungen berücksichtigen noch stärker die zu erwartenden klimatischen Änderungen und bieten ein breites Spektrum an Baumarten und, wo sinnvoll, auch fremdländischen Baumarten an. Mit der Einführung besteht dann auch für den Waldeigentümer die Möglichkeit direkt im Thüringenviewer online über sein Waldflurstück direkt die empfohlenen Baumarten einzusehen. Dies wäre eine enorme Komfortverbesserung zur Information der Waldeigentümer.

Nach der Mittagspause konnten wir Thomas Meyer, Geschäftsführer der FBG Ostpriegnitz und Vorstandsmitglied des Brandenburgischen Waldbesitzerverbandes begrüßen. In seinem Vortrag verwies er auf die große Bedeutung des geregelten Eigentumübergangs hin und erläuterte die dafür notwendigen Schritte. Ein großer Anteil des ungeklärten Waldeigentums in Ostdeutschland ist auf den ungeregelten Erbgang zurück zu führen. Die dadurch entstehenden Erbengemeinschaften sind oft der Grund für die Verhinderung einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der Grundstücke. Deshalb rief er die Teilnehmer auf den Eigentumsübergang nach den individuellen Möglichkeiten der Erben noch zu Lebzeiten zu regeln.

Zum Abschluss stellte der Thüringer Regionalmanager der PEFC-Arbeitsgruppe die Waldzertifizierung vor und ging insbesondere auf 3 praktische Beispiele ein, die bei den Audits regelmäßig für Verbesserungspotential oder Abweichungen sorgen. Dabei handelt es sich um die Überprüfung der Unternehmerzertifikate auf Gültigkeit für die entsprechenden Dienstleistungen, die im Wald durchgeführt werden. Beim Pflanzenankauf müssen die Waldbesitzer nach nur auf herkunftsgerechte, sondern auch überprüfbare Herkünfte achten. Darüber hinaus verwies er anhand von Statistiken auch auf die hohe Unfallgefahr bei der Waldarbeit und informierte über die PEFC-Standards, die bei der eigenen Brennholzernte oder bei der Einweisung von Selbstwerbern zu beachten sind.

Die ersten Rückmeldungen von den Teilnehmern zeigten, dass wir wieder eine interessante Veranstaltung anbieten konnten, bei praxisrelevantes Wissen vermittelt wurde.

Karsten Spinner 

Fotos: André Hofrock